Für Hundebesitzer

Kastration beim Hund

Unter einer Kastration (lat.: castrao, castratus für schwächen, berauben, entnehmen, entkräften) wird die operative Entfernung der Geschlechtsdrüsen verstanden.

Die Ovariohysterektomie (von Ovarium=Eierstock, Hystera=Gebärmutter, tomus=Schnitt) ist eine Form der Kastration bei Hündinnen. Bei ihr werden nicht nur die Gonaden (Keimdrüsen= Eierstöcke), sondern auch ein Großteil der Gebärmutter chirurgisch entfernt.

Primäre Indikation für eine Ovariohysterektomie bei der Hündin ist die Aufhebung der Fortpflanzungsfähigkeit, die permanente Verhinderung des Östrus sowie zur Haltungserleichterung (Hygiene infolge der Läufigkeitsblutung) und als Krankheitsprophylaxe bzw. -therapie. Des Weiteren kann eine Kastration bei der Therapie vorliegender systemischer Grunderkrankungen notwendig sein. Zudem dient die Kastration der Tumorprevention bei hormoninduzierten Tumorenherapie des Genitaltraktes.

Wie wird kastriert?
Vor dem eigentlichen operativen Eingriff wird die Hündin durch einen Tierarzt gründlich untersucht. Die Einleitung der Narkose erfolgt mittels einer Injektion. Im Anschluss daran wird das Tier intubiert und die Narkose per Inhalation aufrecht erhalten. Nach einer Laparotomie (Zugang zur Bauchhöhle) werden die Eierstöcke sowie die Cervix Gebärmuttermund ligiert und in toto entfernt. Die Bauchwunde wird anschließend in mehreren Schichten vernäht. Die Fäden werden von uns oder ihrem Haustierarzt nach 10 bis 11 Tagen gezogen.

Die Frage einer Früh- oder Spätkastration im Hinblick auf Komplikationen und Spätfolgen kann nicht pauschal beantwortet werden. Das Auftreten einer Harninkontinenz hängt sowohl vom Kastrationsalter als auch vom Gewicht der betroffenen Hündinnen ab. Bei einem Körpergewicht von unter 20 kg tritt eine kastrationsbedingte Harninkontinenz selten auf. Das Risiko bei Tieren mit einem Gewicht von über 20 kg ist erhöht. Die Kastration vor der ersten Läufigkeit reduziert allerdings das Risiko bei allen Hündinnen um mehr als die Hälfte. Nachteilig ist, dass im Gegensatz zu Spätkastraten die Harninkontinez nicht nur im Schlaf, sondern auch im Wachzustand auftritt und beinahe täglich erfolgt. Ursache der Harninkontinenz ist eine Verringerung der Schließmuskelspannung von Harnblase und Harnröhre. Das Auftreten von Mammatumoren hängt wesentlich vom Kastrationszeitpunkt ab, wobei durch eine Frühkastration das Risiko unter 1% sinkt.

Zu den potentiellen Folgen einer Kastration zählt die Gewichtszunahme. Weitere Folgen einer Kastration können die Reduktion der Aggressivität beim Rüden sein sowie eine vermehrte Bildung von Unterwolle und ein schnellerer Haarwechsel vor allem bei langhaarigen Rassen (Spaniel und Langhaardackel).

Kontraindiziert ist die Frühkastration beim Vorliegen einer Jungtiervaginitis, da die Östrogene zur Zunahme und Verhornung des Vaginalepithels führen und somit die Infektionsanfälligkeit des Epithels herabsetzen. Erfolgt die Kastration dennoch ist die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer chronischen Vaginitis gegeben.

Bei der Kastration des Rüden ist in der Regel keine Laparotomie notwendig. Mittels eines Hautschnittes im Bereich der Hodensäcke (Kastration mit Ablation= Entfernung der Hodensäcke) oder kranial (Kastration ohne Entfernung der Hodensäcke) davon erfolgt der Zugang zum Hoden. Beide Hoden werden einzeln ligiert und entfernt. Die Wundnaht erfolgt ebenso in mehreren Schichten. Die Hautfäden können 10 bis 11 Tage nach der Operation gezogen werden.

Für die Operation gibt es mehrere Methoden: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen nach Öffnen des Hodensackes bzw. der Bauchhöhle entfernt. Bei der Sterilisation wird der Samenstrang durchtrennt und somit die Passage der Keimzellen unterbrochen. Als Kastration wird auch die funktionelle Zerstörung der Hoden durch die Unterdrückung der Hormonproduktion mittels Gestagene („chemische Kastration“) bezeichnet.

Wenn gewünscht, gibt es aber auch für einige Tiere alternative Verhütungsmethoden in Form von Hormonpräparaten. Dem Tier müssen dabei vom Besitzer regelmäßig Tabletten verabreicht werden. Hinzu kommt alle fünf bis sechs Monate eine Injektion, die vom Tierarzt vorgenommen wird.

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